Trauen Deutsche Chinesen?

Mit dieser Frage wurde ich die letzten 10 Workshop-Tage sowohl in Nanjing wie auch in Suzhou und Shanghai “bombardiert”.

Zuerst überraschte mich diese Frage. Meiner Erfahrung nach vertrauen Deutsche leicht (manchmal vielleicht sogar zu leicht). Wenn man für die selbe Firma arbeitet, erscheint es selbstverständlich, den Aussagen und Informationen von Kollegen zunächst Glauben zu schenken. Sollten wir allerdings feststellen, dass eine Information falsch war, werden wir auf der Hut sein. Treffen wir auf eine 2. Lüge, misstrauen wir dem Überbringer der Botschaft. In diesem Fall ist es nicht einfach, Vertrauen wieder herzustellen.

Mehrere Chinesen erzählten mir auf meiner Chinatour im August diesen Jahres, dass sie, um (in ihren Augen) sture und arrogante Deutsche zu überzeugen, oft sagten: “That’s the Chinese government’s request”, “That’s the law in China”. Wenn das nicht wirklich wahr ist und der deutsche Gesprächspartner das rausfindet, ist der Chinese in Schwierigkeiten!

Es ist eine echte Herausforderung Vertrauen aufzubauen, wenn man aus unterschiedlichen Kulturen und Ausbildungsgängen kommt. Wir vertrauen normalerweise Menschen, welche die Sprache wie wir nutzen, wo wir sofort verstehen, was gemeint ist. Das ist allerdings definitiv nicht oft der Fall, wenn Deutsche und Chinesen zusammenarbeiten. Deshalb muss das gegenseitige Verstehen unterschiedlicher Kommunikationsstile vertieft werden. Darüber hinaus muss jeder sich Gedanken machen, wie, wann und wo er seine eigene Art des Kommunizierens so verändert, dass die andere Seite ihn verstehen kann. Und eine intensvierte, regelmäßige Kommunikation wird helfen, die Arbeitsbeziehung zu vertiefen und das Vertrauen auf- und auszubauen.

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  1. Brigitte Hild Says:

    Vertrauen kann nur entstehen, wo neben dem Willen der Beteiligten auch genügend Zeit da ist, um das Vertrauen langsam wachsen zu lassen. Doch Zeit ist ein Luxus, den sich Führungskräfte heute kaum noch leisten dürfen – schnelle Ergebnisse werden erwartet. Gerade auch von den “teuren” Expatriates.

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