Neues aus China!

Die letzten 10 Tage habe ich in Nanjing, Suzhou und Shanghai Workshops gegeben. Dabei habe ich einmal mehr festgestellt: China ist und bleibt spannend. Es verändert sich in einer Rasanz, die mich immer wieder von Neuem erstaunt. Momentan ist die Geschwindigkeit so hoch, dass die alten Chinesen von einer Orientierungslosigkeit und die jungen von einem Werteverfall sprechen. Geld regiert nicht nur die Welt, sondern auch China. Der Wettkampf um den ersten Platz (nicht nur bei der Olympiade) führt

  • zu einer Überschulung, die keine Zeit für Spielen, Basteln, sich selbst Suchen und Finden Platz lässt,
  • zu einer “Party”-Einstellung, wenn einmal die Uni geschafft ist, und
  • zu einer “me first”-Haltung, die eine kollegiale Zusammenarbeit erschwert.

Was mich echt geschockt hat: Die verwöhnten jungen Kaiser (so werden die Einzelkinder, insbesondere die Jungs genannt) scheuen sich nicht, ihre Aggressionen an den Eltern abzulassen und ihnen ein Buch auf den Kopf zu schlagen. Das habe ich leider nicht nur ein einziges Mal im Zug beobachten können …. Andererseits sind die jungen Chinesen sehr klug und clever. Die “Vertreter der 80er” (in den 80er Jahren geboren) haben mir zugeflüstert, dass sie sich oft über ihre Eltern erhaben fühlen, weil sie wesentlich besser informiert sind. Eine Aussage einer solch jungen Dame im 1:1 Gespräch fand ich besonders bemerkenswert: keiner ist besser über die USA informiert als wir, denn es wird uns als “Teufelsbild” vorgehalten. Allerdings sind die meisten von uns der Meinung, dass es das bessere System ist. Wir sagen nur nichts, weil wir uns der Konsequenzen sehr wohl bewusst sind und erwarten, dass einige der Arrivierteren sich dazu äußern. Wir sprechen oft davon, dass China einer weiteren Revolution bedarf…

Das will ich erleben! Deshalb bin ich spätestens im Januar auch wieder da :-) .

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