Muss man wirklich Angst vor dem “chinesischen Drachen” haben?

Seit dem 6. Januar sauge ich wieder einmal alle China-Eindrücke auf und ein! Wie immer fasziniert und erschlägt mich die Widersprüchlichkeit dieses einmaligen Landes.

Hier die aufgeschlossenen, hochmodernen Küstenstädte – dort das einfache Hinterland. Hier die Marmor-Glanzfassaden der 5 Sterne Hotels – dort die Hintergassen, in denen die Abrissbirne oft schon zugeschlagen hat, doch noch nichts geräumt ist. Hier die kessen Frisuren der Jugend (alleine die modernen Frisörläden sind der Hit!!!) – dort die Pyjamas und Dauerwell-Frisuren der älteren Generation.

Zwar ermöglicht der massive Aufbau der Infrastruktur im Norden und Westen den Zugang der Landbevölkerung zu den Städten, dennoch hat man oft das Gefühl, zwischen 21. Jahrhundert und Hochmittelalter hin und her zu pendeln. Dennoch steigt die Diskrepanz zwischen Arm und Reich, zwischen Stadt und Land stetig an. Alleine dieses Spannungspotential nötigt der Regierung (lokal und zentral) viel Energie ab.

Dazu kommt das Energieproblem. Als ich in Beijing hörte, dass die Kohlekraftwerke nur bis zu 10 Tagen Stromleistungen erbringen können (und das bei Minus 20 Grad!), war ich geschockt. Das und die verwöhnte, nicht mehr so belastbare Generation der kleinen Prinzen und Prinzessinnen könnte die Entwicklung Chinas durchaus ausbremsen.

Ich bewundere die “Entwicklung der kleinen Schritte” Chinas enorm und hoffe sehr, dass das Land wie immer einen Ausweg findet!

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