China: Was ist Mythos, was Wirklichkeit?

Der Harvard Business Manager hat im Heft 9, 2009 auf spannende Weise beleuchtet, welchen überholten Bildern wir hier in Europa nach wie vor aufsitzen. Das Wichtigste: die Chinesen würden langfristig denken und Gruppenmenschen = teamfähig sein. Das Gegenteil ist eher der Fall: kurzfristige Gewinne motivieren und chinesische Einzelkinder müssen sich im Wettbewerb behaupten!

Die aktuelle Diskussion über den Eklat am Symposium vor der Buchmesse zeigt einen noch **größeren Denkfehler von uns Westlern** auf: entweder wir haben Geduld mit China oder wir setzen unsere Ansichten knallhart durch, entweder China ist kapitalistisch oder kommunistisch. **Genau dieses “Schwarz-Weiß-Denken” ist der Fehler!** Das bekannteste Symbol der alten Kultur Chinas, Yin und Yang weist auf die chinesische Art des Denkens hin: China ist alles und noch viel mehr. China kann gleichzeitig kommunistisch und kapitalistisch sein, fortschrittlich und unterentwickelt. Die Gesellschaft hat in den letzten 30 Jahren das ganze 20. Jahrhundert im Schnelldurchlauf durchgemacht: es ist ganz normal, neben einem Hippie einen Punk oder Yuppie zu sehen. **Widerspruch ist die Normalität Chinas** und nicht Gradlinigkeit und Klarheit.

**China fordert unsere Art zu Denken heraus. Es ist Zeit für uns zu lernen, in “und”-, “auch”-Termini zu denken!** Und in einen echten Dialog mit China zu treten, der es beiden Seiten ermöglicht, ihre Sichtweisen zu äußern, gut zuzuhören, Ideen auszutauschen und tragbare Lösungen für die Zukunft auszuhandeln!

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