Chinesen melden verstärkt Patente an!

Bisher ging man immer davon aus, dass die Chinesen besser kopieren als selbst erfinden können. Das hat sich in den letzten Jahren stark verändert. China ist sich sehr bewusst, dass sie nur mit eigenen Produkten oder der Weiterentwicklung bestehender Produkte davon wegkommen, verlängerte, billige Werkbank für die Welt zu sein.

Die Regierung tut vieles dafür, die Produzenten einfacher Massenwaren ins Hinterland zu verlegen. Das dient auch einem erweiterten Knowhow-Transfer, der u.a. den Abwanderungsfluss in die Großstädte stoppen soll. An den hochentwickelten Küsten werden nur noch Unternehmen zugelassen, die eine höhere Wertschöpfung erzielen. Das führt dazu, dass auch Chinesen in zunehmendem Maße von Chinesen kopiert werden. Sie schützen sich heute entsprechend durch Patentanmeldungen.

Wie Spiegel Online am 7.2.2010 berichtete, verdrängte China mit 3910 Patentanmeldungen die Schweiz und Schweden von Platz acht. nach wie vor führt die USA die Liste mit rund 50.000 Anmeldungen an, gefolgt von Japan mit 27.000 und Deutschland mit 17.000 Patenteinreichungen. Dahinter folgen Südkorea, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und China.

Chinesen auf der Jagd nach Geld!

Bei meinem letzten Abstecher nach Nanjing, Shanghai, Shenzhen und Guangzhou ist mir die “Geldsucht” der Chinesen einmal mehr ins Auge gestochen. Vielleicht entwickeln wir uns ja auch wieder dahin, wenn der Euro ins bodenlose fällt?

Die Pensionäre Chinas versenken ihre Rente an den lokalen Börsen. Die “Garagenunterstände”, in denen gehandelt wird, erinnern – trotz ihrer Transparenz – an Spielhöllen. Denn “gewettet” wird auf Unternehmen, über die man kaum etwas weiß.

Die Arbeitnehmer Chinas hingegen setzen auf Immobilien. Ein Grund dafür ist, ihren “kleinen Kaisern”, den Einzelkindern der 80er und späteren Jahrgänge zur Hochzeit ein Apartment schenken zu können. Ein anderer ist aber auch pure Spekulation auf die mögliche Verdrei- oder Vervierfachung.

Die städtische Jugend Chinas ist die erste, die Geld zur Verfügung hat. Momentan geben sie dieses für Handys, Kleider, Kosmetik und Internet-Cafes aus. Doch auch für sie gilt die Devise: je mehr Geld, je mehr Gehalt desto besser. Umso schneller dreht sich das Jobhopping-Rad. Das trifft besonders westliche Unternehmen, zu denen keine Loyalität besteht, in denen man aber gut weitergebildet wird.

Falls Sie Lösungen gegen die Fluktuation suchen, schreiben Sie mich an unter info@china-partner.de.

Ist China eine “bubble economy”?

Die Sicht des FT Investment Editor John Authers besticht!

What China bubble?

“Wir verstehen unsere eigenen Kinder nicht mehr!”

Immer mehr chinesische Eltern haben Mühe, Ihre Kinder zu verstehen. Das Problem ist nicht die Sprache, sondern die andere Mentalität! Dazu haben sie aber selbst viel beigetragen, indem sie antiautoritär erziehen oder die Erziehung ganz den Großeltern überlassen. Die sind ja weltweit etwas großzügiger … Tiefenpsychologisch ist aber sicher auch die Erfahrung der Kulturrevolution dafür verantwortlich, dass der Egoismus immer stärker durchdringt!

Die 80er Generation ist wesentlich besser ausgebildet als ihre Eltern. Oft guckt sie auf die Eltern runter, nimmt sie nicht so richtig ernst in ihren Ansichten. Die 40+ Chinesen glauben z.B. nach wie vor daran, dass wir aus dem Westen einfach besser sind. Die Jungen gucken sich sehr kritisch an, ob wir wirklich “mehr bringen”.

Die 90er oder die Internet-Generation ist die erste Generation, welche die Pubertät durchlebt. DIe Phänomene unterscheiden sich nicht von denen in Europa. Entsprechend “erfreut” sind die Eltern! Und sprechen schon von den “kleinen Egoisten”, den verwöhnten Prinzen und Prinzessinnen.

Die Jugend Chinas denkt anders und handelt anders. Sie lässt sich nicht mehr alles gefallen; sie passt sich nicht einfach an oder ordnet sich unter. Junge Chinesen haben ganz klare und sehr ehrgeizige Ziele: so schnell wie möglich Chef werden und viel Geld verdienen. Ist das nicht absehbar oder ist die Arbeit zu hart, so verlassen sie schnell die Firma. Die Frage, die sich für uns stellt: welche Möglichkeiten haben wir, diese gut ausgebildeten Menschen nicht nur als Mitarbeiter zu gewinnen, sondern auch zu halten?

Muss man wirklich Angst vor dem “chinesischen Drachen” haben?

Seit dem 6. Januar sauge ich wieder einmal alle China-Eindrücke auf und ein! Wie immer fasziniert und erschlägt mich die Widersprüchlichkeit dieses einmaligen Landes.

Hier die aufgeschlossenen, hochmodernen Küstenstädte – dort das einfache Hinterland. Hier die Marmor-Glanzfassaden der 5 Sterne Hotels – dort die Hintergassen, in denen die Abrissbirne oft schon zugeschlagen hat, doch noch nichts geräumt ist. Hier die kessen Frisuren der Jugend (alleine die modernen Frisörläden sind der Hit!!!) – dort die Pyjamas und Dauerwell-Frisuren der älteren Generation.

Zwar ermöglicht der massive Aufbau der Infrastruktur im Norden und Westen den Zugang der Landbevölkerung zu den Städten, dennoch hat man oft das Gefühl, zwischen 21. Jahrhundert und Hochmittelalter hin und her zu pendeln. Dennoch steigt die Diskrepanz zwischen Arm und Reich, zwischen Stadt und Land stetig an. Alleine dieses Spannungspotential nötigt der Regierung (lokal und zentral) viel Energie ab.

Dazu kommt das Energieproblem. Als ich in Beijing hörte, dass die Kohlekraftwerke nur bis zu 10 Tagen Stromleistungen erbringen können (und das bei Minus 20 Grad!), war ich geschockt. Das und die verwöhnte, nicht mehr so belastbare Generation der kleinen Prinzen und Prinzessinnen könnte die Entwicklung Chinas durchaus ausbremsen.

Ich bewundere die “Entwicklung der kleinen Schritte” Chinas enorm und hoffe sehr, dass das Land wie immer einen Ausweg findet!

Ein fröhliches Neues Jahr!

Möge das Neue Jahr Ihnen Ihre Wünsche erfüllen, voller positiver Erlebnisse & guter Gesundheit sein!

Mit den besten Grüßen, Ihre Daniela Fehring

Aus der Praxis für die Praxis: Krisenmanagement in China

Ich hatte das große Glück, am 26.11.2009 am China Jour Fixe der IHK Frankfurt und der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung mit dem Thema **”Krisenmanagement in China: Verlieren die Chinesen wirklich ihr Gesicht?”** den Nerv der Zuhörer voll getroffen zu haben. Die Diskussion war sehr lebhaft, viele Teilnehmer brachten eigene Erfahrungen ein. Es war ein echter Austausch “aus der Praxis für die Praxis”.

Wer immer in China investiert, wird sich mit einigen dieser Themen beschäftigen müssen:

*Wie geh ich mit chinesischen Kunden um?
*Mit welchem Lieferanten erreiche ich meine Ziele?
*Wie löse ich Krisen und Konflikte?
*Darf man in China wirklich nicht “auf den Tisch hauen”, “aus der Haut fahren”? Muss man alles hinunterschlucken, alles akzeptieren, was die tun, nur damit die Chinesen das Gesicht nicht verlieren?
*Was ist mit meinem Gesicht?

Wer einen genaueren Einblick in die Diskussion erhalten möchte, kann sich im Artikel der “Nachrichten für den Außenhandel” ChinaJourFixe_Artikel_2009 informieren.

China: Was ist Mythos, was Wirklichkeit?

Der Harvard Business Manager hat im Heft 9, 2009 auf spannende Weise beleuchtet, welchen überholten Bildern wir hier in Europa nach wie vor aufsitzen. Das Wichtigste: die Chinesen würden langfristig denken und Gruppenmenschen = teamfähig sein. Das Gegenteil ist eher der Fall: kurzfristige Gewinne motivieren und chinesische Einzelkinder müssen sich im Wettbewerb behaupten!

Die aktuelle Diskussion über den Eklat am Symposium vor der Buchmesse zeigt einen noch **größeren Denkfehler von uns Westlern** auf: entweder wir haben Geduld mit China oder wir setzen unsere Ansichten knallhart durch, entweder China ist kapitalistisch oder kommunistisch. **Genau dieses “Schwarz-Weiß-Denken” ist der Fehler!** Das bekannteste Symbol der alten Kultur Chinas, Yin und Yang weist auf die chinesische Art des Denkens hin: China ist alles und noch viel mehr. China kann gleichzeitig kommunistisch und kapitalistisch sein, fortschrittlich und unterentwickelt. Die Gesellschaft hat in den letzten 30 Jahren das ganze 20. Jahrhundert im Schnelldurchlauf durchgemacht: es ist ganz normal, neben einem Hippie einen Punk oder Yuppie zu sehen. **Widerspruch ist die Normalität Chinas** und nicht Gradlinigkeit und Klarheit.

**China fordert unsere Art zu Denken heraus. Es ist Zeit für uns zu lernen, in “und”-, “auch”-Termini zu denken!** Und in einen echten Dialog mit China zu treten, der es beiden Seiten ermöglicht, ihre Sichtweisen zu äußern, gut zuzuhören, Ideen auszutauschen und tragbare Lösungen für die Zukunft auszuhandeln!

Die 80er Generation ist ganz schön kess!

Bei meinem letzten Abstecher nach China habe ich viele Möglichkeiten gehabt, mich mit der neuen Mitarbeiter-Generation zu unterhalten. Sie sind in den 80ern geboren und haben China nur im “Flug nach oben” erlebt. Sie sind in einer Zeit aufgewachsen, in der das Motto “höher, schneller, besser” gilt. Die vielen Chinesen, die gleichzeitig auf den Markt drängen, führen zu hohem Konkurrenzdruck und erfordern wesentlich größere Leistungen. Gleichzeitig stehen verbesserte Lehrsysteme und wesentlich mehr Informationen zur Verfügung. Es sind die ersten Internet-Nutzer, die auf weltweite Infos zurückgreifen können und die Geschehnisse im eigenen Land wie auch im Ausland durchaus kritisch beurteilen.

Diese Veränderungen führen dazu, dass die 80er-Generation

1. sich ihren Eltern gegenüber überlegen fühlt und das vermehrt zu pubertären Auseinandersetzungen führt und
2. hohe Anforderungen an Arbeitgeber stellt.

Erwartet werden interessante Arbeitsinhalte, eine schnelle Karriere nach oben und eine entsprechende Steigerung des Gehalts. Geduld mag früher eine Tugend gewesen sein – die 80er zeichnen sich dadurch aus, dass ihnen das jetzige Tempo zu langsam ist! Sie bezeichnen die **Jahre bis 35 als ihre “trial & error”-Zeit**. Bis 35 gilt es, möglichst viele Erfahrungen in verschiedenen Berufen und Firmen gesammelt zu haben, um sich dann in einer Firma niederzulassen, zu heiraten und ein Kind zu bekommen.

Intensivworkshop in Köln verschoben auf 29.10.09!

Der Workshop “Mit chinesischen Kollegen und Geschäftspartnern erfolgreich zusammenarbeiten” ist verschoben worden und findet am 29. Oktober von 9:30 – 18:00 im Kommunikationszentrum der Kölner Bank statt. Veranstalter ist die Deutsche Asia Pacific Gesellschaft e.V. (DAPG). Gemeinsamt mit meinem Kollegen Edgar Wang sprechen wir über:

* den Aufbau von Geschäftsbeziehungen,
* die erfolgreiche interne Zusammenarbeit,
* zielführende Verhandlungs- und Konfliktstrategien.

Sie sind herzlich eingeladen, sich zu registrieren unter